Chronik

Die ersten Fünf - Auch in Weinstuben darf gelacht werden!

Fünferrat 1922

Unweit vom Feuersee, in der Herzogstraße 7 traf sich regelmäßig eine Stammtischrunde von fünf Männern nach dem Motto: „Auch in Weinstuben darf gelacht werden“! Im Verlauf von den vielen dort geschlotzten Viertele kam man auf die Idee, einen Karnevalverein zu gründen. Da 5 Mann für eine Vereinsgründung schon reichen, konstituierte sich die Runde zum Fünferrat und wählte Erwin Schmalzried zum Präsidenten. Den Namen Rosenmontag wählte man als Zeichen dafür, dass es sich um einen Karnevalverein handelt. Klein aber OHO – so auch der Schlachtruf.

Geschäftsordnung

Am 29. April gab es im Festsaal der Burg „Werrahöhe“ die erste Frühlings-Festsitzung mit Ball. Die beste Gelegenheit, Gleichgesinnte zu gewinnen. Auch Stuttgart selbst gewann dazu, am 1. April desselben Jahres wurde nämlich Botnang, Hedelfingen, Kaltental und Obertürkheim eingemeindet. Am 18. Juni fand das erste Solitude-Rennen statt und der neue Hauptbahnhof wurde eröffnet. Zur besseren Arbeitsverteilung berief der Fünferrat weitere Ausschussmitglieder und gab sich, laut Protokoll vom 15. August 1922, eine Geschäftsordnung mit 8 Paragraphen.

Die Gesellschaft „Ulk“, die Karnevalgesellschaft „Karlsvorstadt“, die Gesellschaft „Groß Stuttgart e. V.“, vormals „Westend Insulaner“ kennt heute niemand mehr. Dass die Gesellschaft Möbelwagen damals eine Sportabteilung hatte, all dies geht aus den noch vorhandenen Unterlagen hervor. Gute Verbindungen hatte man zur Gesellschaft Zwieblingen in Esslingen, aber auch nach Rastatt und Gaggenau.

 

Das ganze Jahr war man aktiv, sei es durch Ausflüge mit dem offenen Bus oder mit der Bahn. Das Vereinsleben war damals sehr rege. Regsamkeit legte man aber auch an den Tag, indem die Stuttgarter Brauereien angeschrieben wurden, mit der Bitte, um Betriebsbesichtigung zwecks Kennenlernens der Herstellung des edlen Gerstensaftes. Immerhin wurden Gruppen von bis zu 50 Personen avisiert.

  

Bei den Festsitzungen wurde Wert auf anspruchsvolle Unterhaltung gelegt. Die noch vorhandene Korrespondenz zeigt, dass vom Kammermusiker bis zum Opernsänger, vom Humoristen bis zu künstlerischen Tänzen, vom Piston Solo eines Fräuleins Anni Preu bis zum Waldhorn-Quartett des damaligen Landestheaters alles verpflichtet wurde.

Bittere Jahre - Nach Lachen war niemand mehr zumute.

Ob 1933 das Elfjährige Jubiläum gefeiert wurde, ist nicht überliefert. Fest steht jedoch, dass bis 1938 noch Veranstaltungen durchgeführt wurden. Im Jahre 1939 musste dann die Narrenmütze einer weniger populären Kopfbedeckung weichen. Nach Lachen war niemand mehr zumute.

 

1944 war der „Rosenmontag“ 22 Jahre alt, für Stuttgart war es ein bitteres Jahr. Insgesamt 53 Luftangriffe zerstörten die Stadt. 1945 wurde Stuttgart von den Franzosen besetzt, die Zahl der Einwohner war auf 266.000 gesunken. Dr. Arnulf Klett wurde am 23. April als Oberbürgermeister eingesetzt und am 8. Oktober vereidigt. Langsam, ganz langsam begann das Leben wieder zu pulsieren und der Wiederaufbau begann.

 

Auch die Karnevalisten fassten wieder Mut und begannen neu. Da in Stuttgart alles zerstört war, zog man nach Fellbach in die Stadthalle, um erste Veranstaltungen durchzuführen. Später kam der „Schönblick“ im Stuttgarter Norden dazu.

Der Neubeginn - im „Stammlokal Liederhalle“.

Pagengarde

Im Jahre 1952, beim dreißigjährigen Jubiläum, stellte man, dem sich bei den immer größer werdenden Veranstaltungen einsam fühlendem Elferrat, eine „Pagengarde“ in schmucken weißen Uniformen an die Seite. 

1956 am 5. Februar wurde das neue Wahrzeichen Stuttgarts, der Fernsehturm, eröffnet. Am 29. Juli fand die festliche Einweihung der neuen Liederhalle statt. Damit begann auch für den „Rosenmontag“ eine neue Zeit, endlich war ein geeigneter Ort für unsere große Prunkfestsitzung und die Redoute am Rosenmontag vorhanden. Bereits am 3. März 1957 gab es den ersten großen Frühschoppen mit Blechmusik im „Stammlokal Liederhalle“.

 

1958 kamen ein paar junge Männer im Gefolge der Pagengarde auf die Idee, eine Bajazzogruppe zu gründen. Einige blieben hängen, nicht nur an den jungen Damen, sondern auch beim „Rosenmontag“.

Erwin Schmalzried

Die Veranstaltungen in der Liederhalle brachten auch mehr Aufwand mit sich. Kein Wunder, dass Nachwuchs gefragt war. Am 13.11.1959 veranstalteten die vier Stuttgarter Gesellschaften „Möbelwagen – Rosenmontag – Zigeunerinsel – Rheinländer“ einen gemeinsamen Faschingsauftakt in der Liederhalle. Nachdem 1958 der Landesverband Württemberg Karnevalsvereine (LWK) gegründet war, gab es auch gemeinsame Große Prunk- und Fremdensitzungen mit Festzug sämtlicher Gesellschaften. Klar, dass der „Rosenmontag“ als Mitglied Nr. 2 mit dabei war, und Erwin Schmalzried 1. Vizepräsident wurde.

 

 

In diesen Jahren wurde auch noch viel gesungen. Nur die wenigsten wissen noch, dass es ein Lied des Elferrats gibt, das dem Hause Kessler in Esslingen gewidmet war, wo in der Sektkellerei manches Glas geleert wurde. Robi Fleischmann und der Feger waren nicht nur Texter, sondern trugen die Lieder auch vor.

Generationenwechsel – mit Walter Dürr, Blaskapelle Frei weg, Amazonas Stars und der 82. Army Band vom 7. US Corps.

Fanfaren Blau Rot

Am Sonntag den 11. Februar 1962 konnte man in der Liederhalle wieder mal jubilieren. 
40 Jahre waren seit der Gründung vergangen, klar, dass da ein besonderes Programm unter Mitwirkung vieler Gesellschaften aus nah und fern geboten wurde. Am 18. Februar fuhr man mit einem Sondertriebwagen nach Heidenheim, mit dabei auch das Stuttgarter Prinzenpaar und das Fanfarencorps Blau-Rot, erstmals beim „Rosenmontag“. Bei einer großen Prunk- und Fremdensitzung im Konzerthaus trat erstmals bei uns auch Amalie Hechelmaier im Programm mit auf. Am Rosenmontag fuhren die Stuttgarter Gesellschaften auf dem Neckar mit dem großen Narrenschiff. Am folgenden Tag, dem Rosenmontag, gab es einen großen Kostümball in der Liederhalle mit 4 Kapellen. Walter Dürr, Blaskapelle Frei weg, Amazonas Stars und natürlich die 82. Army Band vom 7. US Corps.

Hans Pfaff und Erwin Schmalzried

Langsam vollzog sich in diesen Jahren ein Generationswechsel. Erwin Schmalzried gab aus Rücksicht auf seine Gesundheit sein Amt ab, das er 44 Jahre lang bekleidet hatte. Hans Pfaff, sein Mitgründer, trat seine Nachfolge an. Am 28. Oktober wurde Erwin Schmalzried zum Ehrenpräsident ernannt. Einer, der in diesen Jahren in Erscheinung trat war unser Büttenredner Erwin Hermann. Eine Prunksitzung ohne ihn war undenkbar, bis in die heutige Zeit hat er bei seinen Auftritten stets die Lacher auf seiner Seite gehabt. Aber auch ein Walter Schultheiß und der unvergessliche Willy Sailer oder der Herr Scheuffele alias Walter Kurz standen damals im Programm.

1967 wurde für die Garde neue Kostüme angeschafft und 1968 traten sie erstmals nicht als Pagengarde, sondern als Rote Funken in Aktion. Unser Vergnügungsleiter Wolfgang Schüfer brachte es fertig, die Geschwister Jacob für das Programm der Prunkfestsitzung zu verpflichten. Die Presse lobte uns und schrieb „Fünf Stunden Witze ohne Pause“ träfe genau den Nagel auf den Kopf. Zahllose Künstler waren aufgeboten worden, das anspruchsvolle Stuttgarter-Publikum zu unterhalten.

 

1969 feierte der Landesverband bereits seine 11. Jubiläumssitzung auf dem Killesberg. Auch der Kinderfasching am Rosenmontag in der Liederhalle wurde immer beliebter, bei der abendlichen Feier in sämtlichen Räumen der Liederhalle am 19. Februar war rappelvoll, immerhin waren auch 6 Kapellen da, um die närrische Schar zu unterhalten.

Klotzen statt kleckern - man konnt`s halt net lassa.

Die Aktivitäten waren für die Aktiven nicht immer leicht zu bewerkstelligen. Am letzten Faschingswochenende war man fast nur unterwegs und der eigentliche Ausklang am Aschermittwoch geriet oft zu einer kleinen Prunksitzung, man konnt`s halt net lassa.

 

1970 gab es erstmals einen Empfang beim Ministerpräsidenten im Staatsministerium, anschließend einen Empfang beim Generalstab des VII. US Corps in Stuttgart-Möhringen. Auch beim Prunkfest klotzte man, die Fischer Chöre traten bei uns auf. Wer kennt nicht den unvergessenen Werner Kroll, wer kann sich noch an den Parodisten H. P. Schwerdt oder an Hermann Haarmann von Südfunk erinnern. Die Bentley Sisters aus Holland waren nicht nur gesanglich ein starkes Stück.

 

Unser Ehrenpräsident Erwin Schmalzried verstarb am 1. Juni 1970, einer der Väter, der den „Rosenmontag“ geprägt hatte, getreu dem Motto: „Bei Trunk und Scherz ein frohes Herz“. Dies ist auch noch heute unser Leitspruch.

 

Ganz klar, dass der „Rosenmontag“ nicht nur zu den Stuttgarter Vereinen rege Kontakte pflegte, der Landesverband war ja inzwischen gewaltig gewachsen, auch bei den Gesellschaften im Umland waren wir stets gern gesehene Gäste.

50 Jahre Rosenmontag – die feuchte Pressekonferenz über den Dächern Stuttgarts.

1972 gab es wieder Grund zu feiern, der „Rosenmontag“ wurde 50 Jahre alt. Grund genug, wieder mal etwas Neues einzuführen. Am 27. Januar 1972 gab es im „Riverboat“ das erste Ordensfest in einem exklusiven Rahmen, die Einrichtung bestand zum Teil aus dem Inventar der Hanseatic.

 Ein buntes Programm gemixt aus Karneval und Nightclubshow begeisterte die Gäste. Die Jubiläumsprunksitzung war dann am 6. Februar in der Liederhalle – 15 Gesellschaften aus nach und fern und 6 Prinzenpaare füllten die Bühne. Mc Gregor, Regan & Roal, die Rocky Till Singers aus der Schweiz, Frank Raimond und natürlich Margit Sopnheimer aus Mainz mit ihrem Lied „Am Rosenmontag bin ich geboren“.

 

Am Faschingsdienstag dann der Abschluss mit dem großem Umzug in der Stuttgarter Innenstadt, zum ersten Male seit vielen Jahren wieder veranstaltet. Und natürlich war der „Rosenmontag“ einer der Hauptinitiatoren. Nachzutragen wäre noch die feuchte Pressekonferenz vom 1. Februar. Da gingen die Aktiven baden im neuen Breuniger Bad über den Dächern Stuttgarts.

Die Rosenprinzessin - die neue Symbolfigur der KGR

Erika I.

Ein neues Kapitel begann 1973: der „Rosenmontag“ leistete sich eine Rosenprinzessin. Eigentlich hätte es schon am Jubiläum sein sollen, aber ein Reitunfall ließ es nicht zu. Erika Jonen war als Erika I. die neue Symbolfigur der KGR – die singende Rosenprinzessin. Alle 2 Jahre wird eine neue Rosenprinzessin inthronisiert.

 Die richtige Premiere war dann beim Prunkfest am 17. Februar in der Liederhalle und weil „emanzipiert“ stark im Kommen war, gingen eine Maurerin „Heidi Gruß“ erstmals bei uns in die Bütt. Die drei Moosbacher brachten Stimmung, Rolly Brand jonglierte singend.

 

 

Das Jahr 1974 war sehr ereignisreich, die Redoute im Schönblick fand zum letzten Male statt, aus Kostengründen mussten wir sie absetzten. Die Planung für unseren ersten Rosenball liefen an. Am 14. August starb unser Ehrenmitglied Oberbürgermeister Arnulf Klett. Unser Rosenball am 14. September in der Liederhalle mit der Bigband der Bundeswehr unter Leitung von Günther Noris war ein voller Erfolg – erfolgreich auch für unsere neue Rosenprinzessin Evelyn, die aus drei Kandidatinnen vom Publikum auserwählt wurde.


Wolfgang Schüfer

1975 beendete Hans Pfaff seine aktive Zeit nach 53 Jahren und machte Platz für Wolfgang Schüfer, der ab 1976 als erst dritter Präsident das Steuer in die Hand nahm. Der „Rosenmontag“ richtete in der Liederhalle das Tanzturnier des LWK aus und setzte mit dem Einsatz eines Computers auch hier neue Maßstäbe. In Verbindung mit dem Kulturamt der Stadt Stuttgart gab es erstmals auch eine Prunksitzung für ältere Mitbürger. Walter Zenkowitz sang sich mit seinen gekonnten Peter Alexander Parodien in deren Herzen.  

- stimmlich kaum zu unterscheiden.

 

1977 – der „Rosenmontag“ jetzt schon 5 x 11 Jahre alt und kein bisschen müde. Erich Eber und seine Mannen, die Jonny Ziemen Group begleiteten unsere großen Veranstaltungen. Im London Club des neuen Hotels SI fanden wir ein neues Domizil für unser Ordensfest, nachdem das Riverboat geschlossen wurde.

Würrt. Meister

Das Jahr 1978 begann mit der Ausrichtung der 8. Württ. Meisterschaften im Gardetanz, wie immer in der Liederhalle. Unsere Roten Funken wurden Vizemeister.

Die Kampagne, wie immer anstrengend, überstanden wir – wohl wissend, dass vom 11. bis 16. Mai die Fahrt mit der Bahn nach Pompeii und Neapel anstand. Reisen war schon immer Entspannung für die Rosenmontägler, egal ob nach Irland oder nach Paris. Pompeii war ganz einfach Spitze!

  

Im folgenden Jahr standen beim Prunkfest erstmals zwei junge Buben als Straßenkehrer auf der Bühne, Gerald und Ingo, von da an nicht mehr wegzudenken. Aber auch der Bauer von der Alb, Heinz Roos, begeisterte Jung und Alt. Schlussakzente setzte das Bürgerliche Schützencorps aus Esslingen.

Rote Funken: Meister und Vizemeister – „Unser Publikum war ja schließlich verwöhnt“

Immer wieder suchte die Mannschaft um Wolfgang Schüfer nach neuen Steigerungen für unsere Prunksitzungen, Seniorenveranstaltungen und Ordensfeste. Unser Publikum war ja schließlich verwöhnt. Zum Glück gab es seit 1976 ein Komitee, unseren Arbeitskreis, der mit seinen handwerklichen Fähigkeiten dem Elferrat bei den Vorbereitungen zu den Veranstaltungen eine Menge Arbeit abnahm.

Am 13. Januar 1980 richteten wir in der Liederhalle die 10. Meisterschaft des LWK aus, insgesamt schon zum 6. Mal. Dabei gewannen unsere Roten Funken sowohl im Marschtanz als auch im Schautanz und der Schaudarbietung Meister- und Vizemeisterschaft.

 

Höhepunkt war für uns zweifellos die Ausrichtung der Deutschen Meisterschaften im Gardetanz für Senioren. Die Erfahrungen aus den Turnieren ließen uns hoffen, unter den gestrengen Augen des Präsidiums Deutscher Karneval auch diese reibungslos durchzuführen. Mit 70 Gesellschaften war die Beteiligung in 7 Disziplinen gut besetzt. Alles klappte bestens, Präsident Heinz Wacker und der BDK waren voll mit uns zufrieden.

1981 stand unser Ordensfest unter dem Motto: „Es bleibt in der Familie“, im London Club des Hotel SI gastierte nämlich die Schell-Familie mit Mutter Margarete, Sohn Carl Schell und Gattin Stella Mooney. Auch in der Rosenmontagsfamilie gab es einen Wechsel: als neue Rosenprinzessin sang Mara I. eine quirlige Person, die man immer bremsen musste.

 

In Bad Bertrich erlebten wir den Karneval im Kurort, unvergessliche Tage, als wir dort die Prunksitzung mitgestaltet haben.

60 Jahre und kein bisschen leise – Oberbürgermeister Rommel tritt in die Pedale

Ein Jahr später, 1982, konnte der „Rosenmontag“ schon wieder feiern, 60 Jahre und kein bisschen leise. Dementsprechend feierten wir laut und radelten beim Stuttgarter Umzug im Clownskostüm auf Doppelachter. Wobei sich unser Oberbürgermeister und Ehrenmitglied Manfred Rommel nicht nehmen ließ, ebenfalls für kurze Zeit in die Pedale zu treten.

 

Im Oktober erlebten unsere Aktiven zum zweiten Mal die „letzten Tage von Pompeii“.

Tanzmariechen Marion

1983 betrat Evelyn zum zweiten Male als Rosenprinzessin die Bühne. Unsere Majorin der Roten Funken, Marion, startete als Solistin, erstmals hatten wir ein Tanzmariechen.

 

Bei der Prunksitzung 1984 erlebte unser Publikum den Auftritt von Häuptling „schnelle Zunge“ der „Rosenmontag“ stand im „Stern“! Anne I. sang nach ihrer Inthronisierung nicht nur 2 Jahre, sonder blieb gleich für drei Jahre im Amt. Mara Claso-Valero, der singende Vulkan aus Mexiko, machte beim Prunkfest nicht nur die Herren unten im Saal nervös.

 

1985, ein schmerzhaftes Jahr, denn am 18. Januar verstarb mit unserem Ehrenpräsidenten Hans Pfaff der letzte noch lebende Mitbegründer.

1986 – zum zweiten Mal eröffnet unsere neue Juniorengarde das Prunkfestprogramm. Willy Sailer und Walter Schultheiß, Amalie Hechelmaier alias Walter Stecher waren bewährte Eckpunkte im Programm. Erwin Herrmann trat nicht nur beim Prunkfest auf, sondern war, wie auch Heinz Roos und Walter Zenkowitz, bei den Seniorenveranstaltungen im Kursaal, in der Liederhalle, oder am Faschingsdienstag im Alten Feuerwehrhaus gefragter Entertainer.

 

Pompeii zum dritten Male stand dann im Oktober auf dem Programm.

 

1988 und 1989 kam mit Margerit Minoeff eine junge Dame zu uns als Rosenprinzessin, die inzwischen mit ihrer „One-Woman Show“ bundesweit ihren kabarettistischen Weg gemacht hat. 6 x 11 Jahre „Rosenmontag“, da ließ sich auch ein Nobelpreisträger nicht lange bitten. Klaus von Klitzing war gern bei und zu Gast.

Neue Gesichter – The show must go on!

Die 1990er Jahre brachten auch neue Gesichter, war Theo schon ein Begriff, so kam mit Klaus Hussinger ein hervorragender Rhetoriker zu uns in die Bütt. Sicher ist es schwer, nach so vielen Jahren alles aufzuzählen, ohne etwas auszulassen oder zu vergessen.

 

Auch beim „Rosenmontag“ wurde mancher Bock geschossen. Fest steht jedoch, er hatte die meisten aktiven Hirsche im Elferat. Der Hirsch am goldenen Vlies, höchste Auszeichnung des Landesverbandes Württ. Karnevalsvereine: 9 Elferräte trugen ihn bei unseren Veranstaltungen. Ein Zeichen von Beständigkeit und Ausdauer im nicht immer leichten Ehrenamt.

Aschermittwoch

Claudia I. vom Rotenberg war 1990 ins Amt gekommen, wegen des Golfkriegs konnte sie nur 1 Jahr im Amt sein. 70 Jahre „Rosenmontag“ und nicht in der Liederhalle, bedingt durch die Renovierung mussten wir nebenan ins neue KKL umziehen, ein Saal mit viel Technik, aber nicht mit dem Flair, der unseren Sitzungen immer so gut getan hat. Auch der Ordensball musste nach Schließung des Hotels SI und einem Zwischengastspiel im Hotel Fontana ins KKL verlegt werden. Im Schillersaal fanden wir eine Ausweichmöglichkeit.

 

Dort wurde Marion vom Kapellenberg zum zweiten Mal als Rosenprinzessin inthronisiert. Die Gamblers, bewährte Begleitkapelle, sorgten für den musikalischen Rahmen und unsere Aktiven für ein unterhaltsames Programm. Als ihre Amtszeit am Aschermittwoch endete, gab auch ihr Betreuer VP Heinz Degenhardt zu verstehen, dass sie nach 20 Jahren die letzte von ihm betreute Prinzessin wäre.

 

Marion trat ab, und nicht nur sie, sondern auch Wolfgang Schüfer beendete nach 33 Jahren seine karnevalistische Tätigkeit.

Max Remppel

Mit Herwig „Max“ Remppel trat ein altbewährter Karnevalist seine Nachfolge als 4. Präsident der Gesellschaft an. Vize durfte, es hatte nicht sollen sein, Heinz Degenhardt bleiben. Auch die 11. Prinzessin Lydia nahm er unter seine Fittiche „the Show must go on“!

 

1994 zogen wir wieder um in die Liederhalle, Prunkfest und Kinderball im gewohnten Rahmen des Beethovensaals. Der „Rosenmontag“ ist älter geworden, aber noch immer gewachsen. Kindergarde, die Juniorengarde „Rote Fünkchen“ sorgen für Nachwuchs bei den „Roten Funken“ Tanzmariechen, Jugendarbeit, Trainerfleiß, Betreuung – ohne sie geht gar nichts. Viele sind hinter den Kulissen tätig, damit im Rampenlicht alles klappt. Im Arbeitskreis sind unsere Handwerker tätig, damit die Technik funktioniert, erst so entsteht ein Bühnenbild oder eine passende Dekoration. 

Notenbatscher 1997

Präsidium und Elferrat schaffen die Voraussetzungen, damit alle Veranstaltungen gelingen. Dafür braucht man einen Unterbau in Form eines Komitees. Entspannung findet man bei Clubabenden, wo unsere Küchencrew gastronomisch immer wieder neu verwöhnt. Alle, die aktiv sind – ob als Pater Noster beim Heringsessen, als Büttenredner, als Gruppe wie die „Bärle“ oder die „Stuttgarter Notenbatscher“, sie sorgen dafür, dass der „Rosenmontag“ mit Leben erfüllt wird.

Ein neues Jahrtausend – 80 Jahre und ein neuer Präsident.

Heico Zirkel

Ein neues Jahrtausend – ein neuer Präsident.

Mit Heico Zirkel hat ein junger Mann, karnevalistisch relativ unbelastet, das Präsidentenamt übernommen. Schnell war sein Motto gefunden – „Wir werden neuen Wege gehen“.

Eine Mannschaft mit erfahrenen Karnevalisten und neuen Gedanken unterstützte ihn dabei.

 

So kann die Gesellschaft im Jahre 2002 mit Stolz auf eine 80 jährige Geschichte

zurückblicken. In all diesen Jahren wurden schwierige Zeiten gemeistert. Im

Bewusstsein einer jungen, starken Leitung kann die KGR mit Selbstvertrauen und

Selbstbewusstsein in die Zukunft schauen.

 

Nach 4 jähriger Zusammenarbeit mit der Gesellschaft Möbelwagen feierte im Jahr 2003 die KGR wieder alleine eine „Neue Prunksitzung“ im Hegelsaal der Stuttgarter Liederhalle unter dem Motto „Wir feiern weiter“.

Röschengarde (Minigarde)

Das Jahr 2006 begann für die KGR zunächst nicht sehr verheißungsvoll – wir mussten aufgrund der schwachen Kartennachfrage erstmalig unsere Prunksitzung in der Liederhalle absagen. Auch kündigte Heico Zirkel nach 6 erfolgreichen Jahren seinen Rücktritt als Präsident der Gesellschaft an. Doch es gab auch tolle Nachrichten – die Röschengarde (Anfangs Minigarde) wurde gegründet.

 

Sein Nachfolger hieß Peter Weiland, seine Hauptaufgabe war zunächst, die Prunksitzung 2007 in der Liederhalle - mit neuen Konzepten - auf die Beine zu stellen.

In den Jahren 2008 und 2009 konnte aus wirtschaftlichen Gründen keine weitere Prunksitzung in der Stuttgarter Liederhalle durchgeführt werden.

 

Man war jedoch nicht untätig und veranstaltete stattdessen kleinere aber auch exklusive Karnevalsveranstaltungen, z.B. im Palmengarten der Fa. Hörr in Remseck.

8 x 11 Jahre Rosenmontag – eine gelungene Jubiläumsprunksitzung

Im Jahr 2010 feierte die KG Rosenmontag ein karnevalistisches Jubiläum - das 88-jährige Bestehen.

 

Dies war auch der Anlass wieder eine Prunksitzung durchzuführen, allerdings erstmalig nicht in derLiederhalle, sondern in der Festhalle in Feuerbach.

Zahlreiche Gäste und Aktive anderer Gesellschaften feierten an diesem Abend mit uns eine gelungene Jubiläumsprunksitzung

 

Auch das 90-jährige Bestehen wurde ebenfalls ausgiebig gefeiert, mit einer kunterbunten Prunksitzung in Stuttgart Münster.  Das große Finale des Abends war der Auftritt der Notenbatscher, die sich mit einem großartigen Show von der Bühne verabschiedeten.

 

Im Jahr 2013 war es endlich soweit, die Roten Fünkchen bekamen die lang ersehnten, neuen Tanzuniformen.

 

Nach der Kampagne 2013-2014 trat Präsident Peter Weiland zurück und Sascha Stegmeyer wurde die neue Spitze der KGR.

 

Alle Aktiven, voran Präsidium und Elferrat haben sich zur Aufgabe gemacht, die Tradition und den Frohsinn in den kommenden Jahren und Jahrzehnten zu pflegen und fortzuführen.

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Karnevalgesellschaft Rosenmontag Stuttgart 1922 e.V.